Kaufrausch und das Ende... Fiebre compradora y el fin...

Nach einer Nacht in Baños, einem netten kleinen Ort am Fuße des Vulkans Tungurahua, wo wir uns u.a. die Pailon del Diablo (Schlucht des Teufels) ansahen, machten wir uns zurück auf den Weg nach Quito. Dort ließen wir die letzten Tage ausklingen, indem wir beispielsweise noch eine weitere Fahrt nach Otavalo unternahmen. Vom Markt-Kaufrausch geschüttelt ließen wir es uns nicht nehmen, auch noch in Quito die Malls nach ein paar Schnäppchen zu durchforsten.

Basilika, Baños, Ecuador

Wie jeder weiß, ist Shopping für jede Frau ein hervorragendes Mittel, um sich von allem Möglichen abzulenken. So scheint es mir, dass seit Verlassen des Valle Feliz die Luft bei allen ein wenig raus ist. Schließlich sind wir vor fünf Wochen nach Ecuador gekommen, um unser Praktikum zu machen, etwas Gutes zu tun. Alles endete damit, dass wir uns von den Menschen, die uns in kurzer Zeit sehr ans Herz gewachsen sind, wieder verabschieden mussten. Zurück bleiben jede Menge toller Erinnerungen und Ereignisse, die wir vermutlich erst im Laufe der nächsten Wochen so richtig realisieren werden. Und dieses dann in gewohnter Umgebung, zu Hause in Deutschland. Hat sich was verändert? Irgendwie schon. Reicher an Erfahrungen und mit neuen FreundInnen geht es heim. Unser Flug wird aufgerufen. Also dann: Muchas gracias por todo, tú lindo Ecuador. ¡Nos vemos!

Auf Wiedersehen Ecuador, wir kommen wieder!

29. September 2006

Abschied vom Praktikum, und nun? Ganz klar: Ab in den Dschungel... Despedidad, y ahora?Pues, claro: ¡A la selva!...

Wie kann es sein, dass wir an einem Abend, an dem wir einfach nur ein paar Cocktails trinken gehen wollen, einen Typen kennenlernen, der über ein Video von uns am Strand von Pedernales verfügt? Man kann sich vorstellen, wie geschockt wir waren. Da hat uns scheinbar jemand beim Sonnenbaden mit dem Handy gefilmt und dieses an Freunde weitergeleitet. Und per Zufall hat ein anderer Typ uns wiederum auf der Straße durch das Video, auf dem wir Gott sei Dank gar nicht allzu gut zu erkennen sind, wiedererkannt. Da wird man doch noch glatt berühmt in Ecuador, wenn auch auf etwas erschreckende Art und Weise.

Gruppenfoto im Kinderheim während des Praktikums

Gestern war ein verdammt anstrengender Tag. Mit wenig Schlaf in der Nacht starteten wir mit einem letzten gemeinsamen großen Frühstück, dass das Team für uns vorbereitet hatte. Danach kam der Abschied. Die meisten Kinder weinten, bis auch einigen von uns die Tränen in den Augen standen. Mit vielen guten Wünschen und ein hoffnungsvolles „Vielleicht sieht man sich mal wieder“ wurden wir – auf dem Pickup – zum Busterminal gefahren. Noch fühlt es sich eher wie einer unserer Wochenendtrips an. Ist es nicht so, dass wir in ein paar Tagen zurückkehren ins Valle Feliz und ins Praktikum? Nein – leider nicht!

Letztes Frühstück im Prakitkum

Mit Zwischenstation in Quito, wo wir den Großteil unseres Gepäcks im Casa Kolping lagern, sind wir nun in unserer letzte Woche Ecuador gestartet und befinden uns momentan in Tena. Als Ausgangspunkt für unseren Ausflug in den Regenwald haben wir uns ein sehr schönes Hostel genommen und haben gestern nach über vier Wochen das erste Mal wieder Fernsehen gehabt. Zu „Fluch der Karibik“ hing jede von uns noch ein wenig ihren Gedanken nach, bis wir letztlich einschliefen.

Abschied vom Kinderheim

Hinter uns liegt ein wunderbarer interessanter Tag im Urwald. Mit langen gelben Regenmänteln, die uns eher wie den Mörder aus „I know what you did last summer“ aussehen ließen, konnte die Dschungelexpedition beginnen. Unser Fremdenführer Juan zeigte uns allerhand Pflanzen, trug uns per Huckepack durch so manchen Fluss und bekochte uns in einer kleinen niedlichen Hütte mitten im Nirgendwo. Auf den Tisch kamen leckerer palmito (Palmenherz), Fisch, Kochbananen, Yuca etc. Während die Hälfte von uns die Nacht in Hängematten im Dschungel verbringen wollte, machten die anderen sich auf den Heimweg. Ohne Taschenlampe, nur im Schein des Mondes suchten wir uns den Weg, Mitleid fühlend mit den Kröten, auf die wir vielleicht traten.

Regenwald in Ecuador

24. September 2006

Die letzten Tage im Praktikum... Los últimos días...

Gestern erhielten wir einen Einblick in die Arbeit mit unterernährten Kindern und Babys in Ecuador. In Begleitung von Schwester Claudia besuchten wir das Centro de Recuperación Nutricional der Stadt. Dort wird den Eltern der betroffenen Kinder gezeigt, wie eine richtige und ausgewogene Ernährung für ihre Kinder auszusehen hat. Ich hätte mir vorher nicht vorstellen können, dass manche Eltern diese „Nachhilfe“ brauchen könnten. Doch gerade die Menschen vom Lande wissen oft nicht, wie viel sie falsch machen können und geben ihren Babys beispielsweise Orangensaft. Es war nicht unbedingt ein schöner Anblick, mitanzusehen, wie abgemagerte Kleinkinder sich weigern, den Mund aufzumachen (einfach, weil sie es nicht gewöhnt sind, zu essen).

Besuch einer Ernährungsstation während des Praktikums

Am Abend luden wir Heimleitung, nämlich Schwester Claudia und die Hausmütter zu einem deutschen Abend ein. Das gefährlich nahe Ende des Praktikums bringt den Wunsch mit sich, den Menschen hier, die uns so herzlich aufgenommen haben und vom ersten Moment ins Team integrierten, etwas zurückgeben zu wollen. Mit jeder Menge Pfannkuchen schlug man sich den Bauch voll und es wurde ein gemütlicher und geselliger Abend.

Heute Vormittag besuchten wir das Colegio Kolping. Wir bekamen eine kleine Führung und sollten uns dann vor ca. 100 (männlichen) Schülern vorstellen, die uns ansahen, als hätten sie noch nie zuvor eine Frau gesehen :) Bei nur männlichen Mitschülern und männlichen Ausbildern dieser technischen Schule vielleicht kein Wunder! Auch der Sergeant schien hoch erfreut über unseren Besuch und bestand auf ein Foto mit uns. Nici setzte er seine Mütze auf und mir gab er seine Nummer in die Hand mit dem knappen Kommentar „Freunde sind sehr wichtig.“ Verstehe!

Besuch des Colegio Kolping während des Praktikums

Seit 16 Uhr spielen wir nun mit den Großen und Kleinen anlässlich des 16. Jubiläums des Hogar Spiele wie Sackhüpfen, Wettessen, Reise nach Jerusalem etc. Eben gab es Eis für alle und nun regnet es in Strömen, was aber niemanden wirklich stört: Wir tanzen weiter im Regen... .

Eis für alle im Kinderheim während des Praktikums

21. September 2006

Oh du schönes Praktikum: Marmelade und Kerzen... Mermelada y velas...

Nach einem ausgiebigen Frühstück heute Morgen, bei dem wir fast wiedereinmal „ausversehen“ ein Glas leckere Ananas-Papaya-Marmelade leerten (davon kann man aber auch nicht genug bekommen, zusammen mit den leckeren Croissants – ein Gedicht!),

Leckeres Frühstück während des Praktikums

bestand unsere Tagesaufgabe darin, Kerzen mit der besagten Serviettentechnik zu verschönern. La madre, Señora Claudia, war so begeistert, dass die Besucher des Kinderdorffests fast alle Kerzen gekauft hatten, dass wir unzählig viele neue machen sollten. Dazu gab sie uns alle Kerzen, die sie im Kinderheim finden konnte – und das waren nicht wenig!

Für einen guten Zweck: Während des Praktikums Kerzen mit Serviettentechnik verschönern

Ansonsten hatte der Rest von uns Mädels einen schönen Nachmittag mit den Kids. Der Abschied wird uns schwerfallen. Nicht nur der vom Praktikum und damit den Kindern, sondern auch der von Ecuador – es gibt doch noch soviel zu entdecken!

Kinder des Kinderheims, wo ich mein Praktikum gemacht habe

19. September 2006

Wochenende während des Praktikums: Überfall am Strand... – Robo en la playa...

Vorgestern fand das jährliche Kinderdorffest statt. Gott sei Dank sind wir rechtzeitig mit dem Streichen des Spiel- und Sportplatzes fertig geworden. Viele Kinder und Besucher aus der Umgebung kamen zu uns, um mit uns und dem Valle Feliz einen Nachmittag mit einer Laurentzia-Vorführung unsererseits,

Laurentzia Vorführung im Rahmen des Kinderdorffestes während des Praktikums

mehreren Stunden Bingo-Turnier (auf Holztäfelchen und mit getrockneten Maiskörnern) und Basareinkäufen (für dessen Verkauf wir u.a. mit der Serviettentechnik Kerzen verschönert haben) zu verbringen.

Bingoturnier während des Praktikums in Ecuador

Danach ging es abends mit dem Bus noch nach Pedernales. Das letzte Wochenende hatte Lust auf noch mehr Meer gemacht ;).

Pazifikküste bei Pedernales in Ecuador

Der Tag, der so toll mit Sonnenschein und leckerem Frühstück vom Bäcker begann, endete nur leider damit, dass einige von uns abends in der Dunkelheit überfallen worden sind. Mit dem Messer bedroht, mussten wir Fotoapparat, Uhr, Jacke und Schmuck abgeben. Von allem nicht das Wertvollste, denn wir nehmen nach unserer Erfahrung in Quito immer nur das Nötigste mit, trotzdem sehr ärgerlich. Immerhin ist uns sonst nichts weiter passiert.

Trotz allem haben wir den Ausflug heute mit einer Muschelsuche ausklingen lassen und fahren nun zurück nach Santo Domingo, wo bereits die letzten Tage Mitarbeit im Kinderheim auf uns warten. So sehr man kleine Auszeiten nach fünf Tagen Kinderanimation in Ecuador auch braucht, freuen wir uns, dass es zurückgeht. Den Gedanken an Abschied und das Ende unseres Praktikums verdrängen wir bisher allerdings erfolgreich.

18. September 2006

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